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Kettcar Grand Prix d'Odonien

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MAD MAX IN KÖLLE

Brennend heißer Wüstensand, rostige Gebilde, ausgebrannter Schrott. So kennt man das Szenenbild in der dystopischen Welt von George Miller. Dass sich ein kleiner Teil davon mitten in Köln wiederfinden lässt, ist mir in den Jahren die ich hier lebe nie bewusst geworden.

In Odonien, dem 'Freistaat für Kunst und Kultur', finden viele alternative Veranstaltugen statt, die in dieser fantastischen Umgebung einen ganz eigenen Character bekommen. Der Kettcar Grand Prix hätte auch genauso auf dem Gelände des Rheinauhafens stattfinden können, dort würde es aber niemals so gut passen wie in der Welt der Metallskulpturen von Odo Rumpf.

DIE STRECKE

Wie passt eine Rennstrecke ins Odonien? Wer schon mal dort war wundert sich wahrscheinlich darüber, denn eigentlich sieht es gar nicht so groß aus. Die Aufteilung ist clever gelöst, mit Schikanen, Überholgeraden und Boxengasse. Start und Ziel sind gegenüber des Biergartens platziert, direkt an den Bänken ist die Strecke gespalten, um ganz nah dran zu sein wenn die Fahrer vorbeistrampeln. Im hinteren Bereich schlängelt sich die Strecke durch die Gebäude und Boxengasse, vorbei an der Outdoor-Lounge, auf deren Sofas die Fans mit gekühlten Getränken kräftig anfeuern. Der DJ trägt seinen Teil zur Stimmung bei, in dem er zusätzlich zur treibenden Musik auch original Formel-1 Sound einspielt, was mir ein breites Grinsen ins Gesicht malt wenn wieder ein Kettcar mit lautem "nnnniiiieeeeeeeoooowwwwww" vorbei kachelt.

Dass man einen Grand Prix mit Kettcars nicht ganz ernst nehmen soll ist glaube ich offensichtlich. Dennoch zeigen sich einige Teams ambitioniert und wollen den Titel holen, außerdem gibt etwas Ehrgeiz dem ganzen eine Prise Spannung. Es treten 4-FahrerInnen-Teams gegeneinander an, die sich mit ihren Namen ebenfalls einen Humorwettkampf leisten: Geile Moppeds, Rheinfeuern oder Hamsterradlerz. Die Teilnehmer sind alle unterschiedlich, von Game-Designern bis Rechtsanwälten fährt hier jeder mit, der Spaß an der Freude hat. Vor dem Rennen gehen auch schon die Diskussionen los, wer denn diesmal den Streckenrekord bricht oder den Titel holt.

Nach dem freien Training und Qualifying startet das 30-Runden-Rennen mit einem fliegenden Start. Direkt nach der Start- und Zielgeraden kommt eine 180° Schikane, in der sich die Fahrer und Fahrerinnen kräftig in die Kurve lehnen müssen und die Räder den Staub aufwirbeln. Wer hier bremst, der wird direkt überholt. Allerdings kann man auch leicht in die Streckenwand fliegen, wenn man hier nicht beherzt in die Kurve geht.

Das Rennen läuft spannend und spaßig ab, es wird um jeden Platz gekämpft, den die Fahrer nicht durch lachen verlieren. Die Fans heizen die Stimmung an diesem Sommertag zusätzlich an, während die Fahrer dankbar für die kleine Abkühlung durch den Rasensprenger sind, den Odo aufgestellt hat.

Odonien ist auf jeden Fall einen Besuch wert, man kann spontan in eine andere Welt abtauchen. Neben dem Biergarten bietet die Location auch viele kleinere Bereiche, in denen man es sich mit ein paar Freunden gut gehen lassen kann.

Das war ein spannender Tag bei einem erstklassigen Event. Im nächsten Jahr werde ich wohl selbst mitfahren, einige Interessenten haben sich bereits für ein Racing-Team gefunden. Dann bleibe ich auch bis zur Siegerehrung, die ich leider dieses jahr nicht mehr gesehen habe. Darauf freue ich mich jetzt schon!